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Eine kurze Namensgeschichte


Der Bauernhof „Lande Vallée Bihan“ wurde Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut. Der Ortsname reicht jedoch bis ins 15. Jahrhundert zurück und man findet in den Archiven je nach Epoche unterschiedliche Schreibweisen: „Lan-Vallée en Pont l’ Abbé“, „Landevalley“, „Lande-Valley“ im Jahre 1494. „Lande-Vallée“ stellt die jüngste Schreibweise dar.

Der erste Bestandteil des Namens ist wahrscheinlich eine Verzerrung von „lam“ oder „lan“ (bretonisch „lan-n“ ausgesprochen). Dies kann die Entsprechung des gallischen „Llan“: église (Kirche) im Sinne von monastère (Kloster) sein, aus dem Cornique (einer keltischen Sprache, die im Cornouaille gesprochen wurde) „-lan“: cellule monastique (Klosterzelle) oder einfach von terre consacrée à … (geweihte Erde) … aus dem Altbretonischen „-lann“: ermitage (Einsiedelei) stammen.

Die große Mehrzahl der Namen, die auf „-lan“ enden, betreffen einfache Ortsnamen hinter welchen sich keinerlei Kultstätten verbergen. Aber der Ort könnte von irgendeinem Kloster abhängen und unter dem Schutz eines Inselheiligen stehen.

Der erste Bestandteil des Namens kann auch eine Entlehnung des französischen Wortes „lande“ sein, welches wiederum selbst aus dem Germanischen „-land“ entlehnt wurde. „Lande Vallée“ leitet also seinen Namen vielleicht von einem ehemaligen, weitläufigen Heideland ab.

Der 2. Bestandteil des Namens könnte seinen Ursprung in dem alten Namen „Tévalay“ oder „Tobalay“, einem Diminutiv von „Balay“, dem Heiligen, der „Lanvalay“ seinen Namen gegeben hat, haben. Der französische Linguist und Historiker Joseph Loth, der sich insbesondere für keltische Sprachen, daher auch dem Bretonischen, interessiert hat, bringt den Namen mit „Bachla“, ja sogar „Bachlai“ (Name der Heiligen) in Verbindung, vgl. „Llandzfalle“ in Breconshire/Wales.

Der dritte Bestandteil des Namens, „bihan“ bedeutet ganz einfach „klein“. In der Tat gibt es in einigen hundert Metern Entfernung „La grande ferme de Lande Vallée“, den großen Bauernhof Lande Vallée also, der älter ist und zum Zeitpunkt der französischen Revolution wie alle benachbarten Ländereien dem berühmten Arzt Laënnec gehörte.
(s. Karte unten)

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